Einmal im Jahr steht die Bio-Kontrolle auf dem Hof – in der Schweiz durchgeführt von bio.inspecta oder Bio Test Agro, angekündigt oder als Stichprobe unangekündigt. Kontrolliert wird der ganze Betrieb; dieser Beitrag konzentriert sich auf die Tierhaltung, denn dort entscheidet sich die Kontrolle an den Aufzeichnungen. Wer die Journale laufend führt, bereitet sich in einer Stunde vor. Wer sie rekonstruieren muss, nicht.
Welche Unterlagen verlangt die Bio-Kontrolle in der Tierhaltung?
Die Kontrollstellen veröffentlichen eigene Vorbereitungschecklisten; für die Tierhaltung läuft es auf diese Unterlagen hinaus:
- Behandlungsjournal – mit verdoppelten Absetzfristen bei chemisch-synthetischen Mitteln, Wirkstoff und Verabreichungsart je Eintrag sowie den Angaben zu Antibiotika und Antibiogramm. Was genau hineingehört, steht im Beitrag zum Bio-Behandlungsjournal.
- Anzahl Behandlungen je Tier – die Grenze von drei Behandlungen pro Kalenderjahr (bzw. einer bei kurzem produktivem Lebenszyklus) muss aus dem Journal nachzählbar sein.
- Medikamentenvorrat – der Bestand an Tierarzneimitteln auf dem Betrieb, abgeglichen mit dem Journal: Was da ist, muss erklärbar sein.
- Auslaufjournal – der Nachweis des Weidegangs und der Auslauftage je Tiergruppe, gegen die Knospe-Zielwerte. Details im Beitrag zum Auslaufjournal.
- Tierverzeichnis und Tierverkehr – der Tierbestand, abgeglichen mit der TVD, samt Zu- und Abgängen und Begleitdokumenten.
- Futterzukäufe – Lieferscheine und Rechnungen mit Knospe- bzw. Bio-Zertifikat der Lieferanten; die zugekauften Mengen müssen zum Tierbestand passen.
Alle Aufzeichnungen sind während mindestens drei Jahren aufzubewahren – die Kontrolle kann auch ins Vorjahr zurückblättern.
Wie bereiten Sie sich auf die Bio-Kontrolle vor?
Der wichtigste Rat ist unspektakulär: die Journale laufend führen, nicht vor dem Termin nachtragen. Ein im Nachhinein rekonstruiertes Auslaufjournal erkennt eine geübte Kontrollperson an der Handschrift.
Vor dem Termin lohnt ein Blick auf drei Punkte. Erstens die offenen Absetzfristen: Steht ein Tier aktuell unter verdoppelter Frist, muss das im Journal ersichtlich sein – und das Tier darf nicht zwischenzeitlich zur Ablieferung gemeldet worden sein. Zweitens der Behandlungszähler: Tiere nahe an der Grenze von drei Behandlungen sollten Sie kennen, bevor die Kontrolle sie findet. Drittens die Lücken: Ein fehlender Monat im Auslaufjournal fällt sicher auf, eine fehlende Zeile im Behandlungsjournal spätestens beim Abgleich mit dem Medikamentenvorrat.
Die aktuelle Vorbereitungscheckliste Ihrer Kontrollstelle ersetzt dieser Beitrag nicht – bio.inspecta und Bio Test Agro publizieren sie jeweils vor der Kontrollsaison, und massgebend ist deren Fassung.
Die Journale aus einem System
Der Aufwand der Vorbereitung hängt daran, wie viele getrennte Zettel, Hefte und Tabellen zusammenkommen müssen. In Herdy entstehen die Unterlagen aus der laufenden Erfassung: das Behandlungsjournal mit automatisch verdoppelten Fristen und Behandlungszähler, das Auslaufjournal mit den Knospe-Zielwerten je Tiergruppe, das Tierverzeichnis abgeglichen mit der TVD und das Fütterungsjournal mit den Zukäufen samt Zertifizierungsstatus. Für die Kontrolle exportieren Sie die Journale als PDF.
Bio-Kontrolle mit vollständigen Journalen – Herdy 7 Tage kostenlos testen →
Hinweis: Massgebend sind die Bio-Verordnung SR 910.18, die Bio Suisse Richtlinien und die Vorgaben Ihrer Kontrollstelle. Die verbindliche Vorbereitungscheckliste erhalten Sie von bio.inspecta bzw. Bio Test Agro.
