Brunstbeobachtung ist Kopfarbeit: Zykluslängen, Kontrollfenster nach der Belegung, Zuchtreife der Jungtiere. Über eine ganze Herde behält das niemand im Kopf. Die Brunstkontrolle übernimmt das Rechnen: eine Arbeitsliste, die sagt, welches Tier wann eine Kontrolle braucht, und bei jedem Tier begründet, warum.

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Zucht → Brunst. Oben rechts wechseln Sie zwischen Kontrolle (die Arbeitsliste) und Journal (alle erfassten Brunsten). Über Brunst erfassen tragen Sie eine beobachtete Brunst direkt ein; das Zahnrad führt zu den Einstellungen.
Bei mehreren Tierarten filtern Sie oben mit den Tierart-Chips.
Zuchtstatus der Herde
Über der Arbeitsliste steht der Herdenspiegel: alle weiblichen Tiere im Bestand, aufgeteilt in Gruppen. Angezeigt werden nur Gruppen, in denen Tiere sind:
- Leer: nicht belegt
- Belegt: Belegung erfasst, Kontrolle läuft
- Trächtig: bestätigt, mit Geburtstermin
- Nach der Geburt
- Zuchtreif: alt genug, aber noch nie belegt
- Jungtiere: noch nicht zuchtreif
- Auf der Alp
- Ausserhalb Deckzeit
Ein Tipp auf eine Gruppe filtert die Liste darunter auf genau diese Tiere. Filter aufheben zeigt wieder alle.
Was auf der Arbeitsliste steht
Die Liste ist nach Dringlichkeit gruppiert; leere Gruppen werden ausgeblendet:
- Überfällig (rot) und Fällig (gelb): diese Kontrollen sind dran
- Demnächst: fällig innerhalb der nächsten Tage
- Zuchtreif — erste Brunst beobachten: Jungtiere, die das zuchtreife Alter erreicht haben
- Wird bald zuchtreif: mit Fortschrittsbalken, etwa «6/7 Mte.» und «in 15 Tagen»
- Auf der Alp — Kontrolle nach Alpabzug: gesömmerte Tiere; die Kontrolle wartet
- Noch keine Brunst erfasst: Tiere im zuchtfähigen Alter ohne einzige Beobachtung
- Daten prüfen (grau): Tiere, bei denen Angaben fehlen oder sich widersprechen
Jede Zeile begründet sich selbst: «Umbocken-Kontrolle — Belegung vom 12. August, 1. Zyklus (17 Tage)» oder «Brunstkontrolle nach der Geburt vom 3. Juli». Rechts steht die Fälligkeit («heute fällig», «in 3 Tagen», «5 Tage überfällig») und ein Knopf, der direkt ins passende, vorbefüllte Formular führt: Brunst erfassen, TU erfassen oder Deckakt prüfen.
Herdy spricht dabei die Sprache Ihrer Tiere: Umrindern beim Rind, Umbocken bei Schaf und Ziege, Umrauschen beim Schwein.
Das Abzeichen Kritisches Fenster (<6 Wo.) markiert Tiere in den ersten Zyklen nach einer Einzeldeckung, solange die Rückbrunst-Kontrollen laufen. Hier entscheidet sich, ob die Belegung angekommen ist.
Eine Brunst erfassen
Über Brunst erfassen halten Sie eine Beobachtung fest:
- Tier
- Beobachtet am
- Intensität: Stille Brunst (Verhaltensänderung ohne klare Duldung, Bock-Test empfohlen), Stehende Brunst (duldet Aufsprung) oder Ausgeprägte Brunst (mit allen sekundären Brunstzeichen)
- Bemerkungen
Im Journal sehen Sie alle erfassten Brunsten mit Tier, Datum, Intensität und dem verknüpften Deckakt. Von dort führt Deckakt erfassen direkt weiter.
Der Kontrollplan je Deckakt
In der Deckakte-Liste (Zucht → Deckakte) zeigt jede aktive Belegung ihren Plan als Zeile unter dem Zyklusband: Umbocken-Kontrolle 1, Umbocken-Kontrolle 2, Trächtigkeitskontrolle und der Geburtstermin (bei Deckperioden ein Geburtsfenster). Ein grüner Haken heisst erledigt oder ohne Brunst durchlaufen, gelb ist fällig, rot überfällig, grau kommt noch.
Brunst nach der Belegung
Beobachten Sie mehr als zwei Tage nach einem Deckakt (bzw. nach Ende der Deckperiode) eine Brunst, ist die Belegung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht angekommen. Herdy stellt das Tier dann zurück auf «leer» und schreibt in die Liste: «Deckakt prüfen oder als fehlgeschlagen markieren». So läuft kein Tier mit einem falschen Geburtstermin weiter.
Eine Brunst während einer laufenden Deckperiode entwertet nichts, der Bock oder Stier deckt nach. Und eine manuell bestätigte Trächtigkeit gewinnt immer.
Einstellungen je Tierart
Das Zahnrad oben rechts führt zu Brunstkontrolle — Einstellungen. Für jede Tierart in Ihrem Bestand gibt es eine Karte. Leere Felder bedeuten: Herdy rechnet mit dem hinterlegten Standardwert, der als Platzhalter im Feld steht.

| Feld | Was es verschiebt | Bereich |
|---|---|---|
| Zykluslänge (Tage) | Brunstprognose und Rückbrunst-Kontrollen | 14 bis 30 |
| Toleranzfenster (± Tage) | Wie grosszügig das Kontrollfenster um den Termin liegt | 1 bis 7 |
| Umbocken-Kontrollen (Zyklen) | Anzahl Kontrollzyklen nach einer Einzeldeckung | 1 bis 3 |
| Trächtigkeitskontrolle nach (Tage) | Die Erinnerung nach Belegung bzw. Periodenende | 21 bis 90 |
| Nachkontrolle nach unklarem Befund | Tage bis zur erneuten Untersuchung | 7 bis 30 |
| Brunstkontrolle nach Geburt (Tage) | Die Kontrolle nach der Abkalbung | 7 bis 90 |
| Zuchtreife-Voranzeige (Monate) | Ab welchem Alter «erste Brunst beobachten» erscheint | 4 bis 30 |
Dazu kommen:
- Saisonale Brunst (Decksaison) mit Von Monat und Bis Monat. Ausserhalb der Saison prognostiziert Herdy keine Brunsten, ausser eine Brunst wurde beobachtet. Für asaisonale Rassen wie das Weisse Alpenschaf schalten Sie die Saison ab.
- Standard-Vatertier: ein Feld, das für eine künftige Ein-Klick-Erfassung «Brunst + Natursprung» vorbereitet ist. Heute hat es noch keine Wirkung.
Ein Feld, das für eine Tierart keinen Sinn ergibt, erscheint gar nicht: Beim Schwein etwa gibt es weder eine Trächtigkeitskontrolle noch eine Kontrolle nach der Geburt.
Die Standardwerte je Tierart und ihre Schweizer Quellen stehen unter Fruchtbarkeits-Auswertung.
Täglicher Überblick per E-Mail
Sind Kontrollen fällig, fasst Herdy sie in einer täglichen E-Mail zusammen, maximal zehn Zeilen, der Rest als «und X weitere». So verpassen Sie kein Kontrollfenster, auch wenn Sie die App einen Tag nicht öffnen.
Gut zu wissen
- Die Liste ist abgeleitet, keine Aufgabenliste: Sie verschwindet nicht durch Abhaken, sondern durch Erfassen, einer Brunst, einer Trächtigkeitskontrolle oder eines Befunds.
- Männliche und kastrierte Tiere erscheinen nie auf der Liste.
- Ausserhalb der eingestellten Decksaison macht Herdy keine Zyklus-Prognosen, ausser Sie erfassen eine beobachtete Brunst.
- Während der Sömmerung pausieren die Kontrollen; nach dem Alpabzug meldet sich die Liste von selbst wieder.