Überblick

Das Auslaufjournal weist nach, an welchen Tagen Ihre Tiere ins Freie kamen. Sie führen es pro Tierkategorie (zum Beispiel Mutterschafe, Milchziegen, Jungvieh) und nicht pro Tier, genau so ist auch das amtliche Weide- und Auslaufjournal aufgebaut.
Herdy rechnet Ihre Tage gegen die Regel, die für Ihren Betrieb und Ihre Tierart gilt: RAUS, Weidebeitrag oder die Bio-Vorgaben. Sie sehen jederzeit, wie viele Weide- und Auslauftage im laufenden Monat zusammengekommen sind.
Zuerst: ist das Journal aktuell?
Ganz oben steht eine Statuszeile. Sie ist die wichtigste Zahl der Seite, denn der häufigste Beanstandungspunkt bei einer Kontrolle ist nicht zu wenig Auslauf, sondern ein Journal, das nicht nachgeführt wurde.
Die Direktzahlungsverordnung verlangt, dass ein Tag innerhalb von drei Tagen eingetragen wird (Anhang 6 Bst. B Ziff. 1.6), und das Journal ist das eine Dokument, das nicht nachgereicht werden darf (Anhang 8 Ziff. 1.3). Darum meldet Herdy je Kategorie:
- Journal ist aktuell: alles bis gestern ist eingetragen; heute ist offen, wie es sein darf
- … Tage noch nicht erfasst: es fehlen Tage, alle noch innerhalb der Frist
- … der älteste muss heute erfasst werden: die Frist des ältesten offenen Tages läuft heute ab
- … die Frist von 3 Tagen ist überschritten: der älteste offene Tag ist zu spät
Deckt das Journal alle Tiere ab?
Darunter erscheint bei Bedarf ein Hinweis: «… Tiere sind in keiner Journal-Kategorie.» Bei einer Kontrolle gilt die Dokumentation nur, wenn sie alle Tiere der Kategorie abdeckt. Der Link Tiere prüfen führt zur Tierliste.
Herdy prüft das nur, wenn mindestens eine Kategorie mit einer Gruppe verknüpft ist. Ohne Verknüpfung weiss Herdy nicht, welches Tier zu welcher Kategorie gehört.
Filtern
Über der Bestätigungskarte steht ein Filter mit drei Achsen: Art, Gruppe und Programm. Er wirkt auf alles darunter, auf die Bestätigungskarte, die Kalender, den Monatsfortschritt und den Export.
Auf einem gemischten Betrieb blenden Sie damit zum Beispiel nur die Schafe ein, wenn Sie am Morgen die Schafe versorgen. Die Statuszeile und der Abdeckungs-Hinweis bleiben ungefiltert, weil sie für den ganzen Betrieb gelten.
Auslauf für heute bestätigen
- Gehen Sie zu Gesundheit > Auslaufjournal
- Die Karte Auslauf heute bestätigen schlägt vor, was gestern galt, und wenn es keinen Vortag gibt, Weide im Sommer beziehungsweise Laufhof im Winter
- Stimmt der Vorschlag, tippen Sie auf Bestätigen
- Weicht eine Kategorie ab, klappen Sie die Karte mit dem Pfeil auf. Die Kategorien stehen nach Tierart gruppiert; je Kategorie wählen Sie Weide, Laufhof oder Kein Auslauf
- Zum Schluss Bestätigen
Grund für Laufhof statt Weide
Wählen Sie Laufhof, fragt Herdy nach dem Grund:
- Schlechtes Wetter
- Frühling, Weide noch nicht bestossbar
- Galtzeit
Mit Grund zählt der Tag als Weidetag, ohne Grund nur als Auslauftag. Das entspricht der Vorgabe: Der Laufhof ersetzt die Weide nur in diesen Situationen.
Grund für keinen Auslauf
Wählen Sie Kein Auslauf, verlangt Herdy einen Haltegrund. Die Auswahl folgt der abschliessenden Liste der Direktzahlungsverordnung:
- Krankheit / Verletzung
- Geburt (±10 Tage)
- Eingriff am Tier
- Vor Transport (max. 2 Tage)
- Anderer Grund
Schlechtes Wetter ist kein Haltegrund. Statt auf die Weide dürfen die Tiere an solchen Tagen in den Laufhof, und der Tag zählt weiter. Wählen Sie dafür Laufhof mit dem Grund «Schlechtes Wetter», nicht «Kein Auslauf».
Ältere Einträge können noch Gründe tragen, die es heute nicht mehr gibt (zum Beispiel «Extreme Witterung»). Herdy zeigt sie weiterhin an und schreibt sie nie um; neu wählen lassen sie sich nicht mehr.
Welche Weide?
Steht eine Kategorie auf Weide, erscheint darunter ein kleines Feld mit dem Namen der Weide. Tippen Sie darauf, um eine andere zu wählen; mit Keine Angabe lassen Sie es leer. Die Auswahl kommt aus Stammdaten > Standorte, Weiden zuerst, danach Ihre übrigen Standorte.
Das Feld ist freiwillig. Weder RAUS noch Bio Suisse fragen, auf welcher Weide die Tiere waren; für die Kontrolle genügt der Eintrag «Weide». Sie führen es für sich: Weiderotation, Parasitendruck bei Schafen und Ziegen, später die Nährstoffbilanz.
Herdy füllt das Feld selbst vor, damit der Tag eine Bestätigung bleibt:
- mit der Weide von gestern, wenn die Kategorie gestern auf der Weide war
- sonst mit der Weide der verknüpften Weidegruppe (siehe Tierkategorien einstellen)
- sonst bleibt es leer
Wechseln Sie den Tag auf Laufhof, Sömmerung oder kein Auslauf, verschwindet die Weide, sie gehört nur zu einem Weidetag. Kommt die Kategorie am nächsten Tag zurück auf die Weide, ist das Feld wieder leer beziehungsweise auf der Weide der Gruppe. Herdy rät nach einem Laufhoftag nicht, welche Weide es nun wieder sein soll.
Bemerkungen
Zu jeder Kategorie und jedem Tag können Sie über Notiz hinzufügen eine Bemerkung erfassen. Nutzen Sie sie für alles, was das Raster nicht abbildet, zum Beispiel welche Tiere an diesem Tag am Transport waren oder wie viele Tiere in Einzelhaltung standen. Bemerkungen erscheinen im PDF und in der CSV-Datei.
Mehrere Tage auf einmal
Über Mehrere Tage eintragen:
- Tage im Kalender antippen, oder Woche auswählen
- Tierkategorien ankreuzen (voreingestellt sind alle; mindestens eine muss bleiben)
- Auslauftyp für alle Tage wählen, bei Laufhof zusätzlich den Grund
- Bei Weide können Sie eine Weide für alle gewählten Tage angeben, freiwillig und für alle Tage dieselbe. Wechselt die Weide innerhalb der Spanne, erfassen Sie diese Tage über die Tageskarte.
- Übernehmen
Pro Vorgang sind bis zu 31 Tage möglich. Liegt ein Tag weit zurück, weist Herdy darauf hin, dass späte Einträge bei Kontrollen auffallen können.
Was als Weidetag zählt
| Eintrag | Weidetag | Auslauftag |
|---|---|---|
| Weide | ja | ja |
| Sömmerung / Alp | ja | ja |
| Laufhof mit Grund | ja | ja |
| Laufhof ohne Grund | nein | ja |
| Kein Auslauf | nein | nein |
Betriebsarten und Vorgaben
Die Betriebsart übernimmt Herdy aus Ihren Betriebseinstellungen (Bio-Zertifizierung), das Programm stellen Sie je Tierkategorie ein. Über dem Monatsfortschritt steht eine Zeile, die Ihre Regeln in einem Satz nennt.
| Betriebsart / Programm | Tierart | Sommer (1. Mai bis 31. Okt.) | Winter (1. Nov. bis 30. Apr.) |
|---|---|---|---|
| konventionell mit RAUS | Schafe, Ziegen, Rinder | 26 Weidetage | 13 Auslauftage |
| Bio Bund mit RAUS | Schafe, Ziegen, Rinder | 26 Weidetage | 13 Auslauftage |
| Knospe (Bio Suisse) | Schafe, Ziegen | täglich Weide | 13 Auslauftage |
| Knospe (Bio Suisse) | Rinder | 26 Weidetage | 13 Auslauftage |
| Weidebeitrag | Rinder | 26 Weidetage | 22 Auslauftage |
| jedes Programm | Schweine | täglich Auslauf | täglich Auslauf |
| kein Programm | alle | keine Zielvorgabe, reine Dokumentation | keine |
Bei einer täglichen Vorgabe zeigt Herdy keinen Bruch, sondern wie viele Tage im laufenden Monat fehlen.
Rinder mit Knospe: An Weidetagen müssen mindestens 25 % der Tagesration Trockensubstanz aus Weidefutter stammen. Das prüft die Kontrolle vor Ort, Herdy druckt den Hinweis auf den Export, rechnet ihn aber nicht nach.
Tierkategorien einstellen
Die Tierkategorien öffnen Sie über das Einstellungs-Symbol links neben Exportieren.

Je Kategorie legen Sie vier Dinge fest:
- Tierart: Schafe, Ziegen, Rinder oder Schweine. Sie steuert, welche Regel gilt.
- Programm: RAUS, Weidebeitrag oder kein Programm. Weidebeitrag wird nur für Rinder angeboten.
- Journalpflicht: Wird bewertet (die Regel), oder eine Befreiung (siehe unten)
- Herden-Gruppe (freiwillig): verknüpft die Kategorie mit einer Gruppe aus Stammdaten > Gruppen
Über die Pfeile ordnen Sie die Kategorien um, über den Schalter rechts deaktivieren Sie eine Kategorie oder nehmen sie wieder auf.
Beim ersten Aufruf legt Herdy passende Standardkategorien zu Ihrem Tierbestand an (zum Beispiel Mutterschafe, Lämmer, Zuchtböcke). Solange noch keine Kategorie besteht, zeigt das Journal statt der Bestätigungskarte den Knopf Standardkategorien erstellen, denn ohne Kategorien gäbe es nichts zu bestätigen.
Journalpflicht und Befreiung
Wo das Haltungssystem die Auslaufvorgaben ganzjährig erfüllt, verlangt die Direktzahlungsverordnung (Anhang 6 Bst. B Ziff. 1.6 und 2.2) gar keine Dokumentation. Betroffen sind zum Beispiel Mastrinder, männliche Zuchttiere und weibliches Rindvieh unter 160 Tagen mit dauerndem Zugang zum Laufhof.
Zwei Befreiungen stehen zur Wahl:
- Befreit: dauernder Auslaufzugang
- Befreit: durch Haltungssystem erfüllt
Eine befreite Kategorie wird nicht mehr bewertet, erscheint ohne Zielwert und ohne Erinnerung. Erfassen können Sie weiterhin freiwillig. Die Befreiung schlägt jedes Programm: Eine befreite RAUS-Kategorie wird nicht mehr gemessen, ohne dass Sie das Programm löschen müssen.
Was eine verknüpfte Gruppe bringt
- Herdy zeigt die aktuelle Tierzahl neben dem Kategorienamen, zum Beispiel «Mutterschafe · 33 Tiere»
- Sömmerungstage werden dieser Kategorie automatisch gutgeschrieben
- Bei einer Weidegruppe schlägt Herdy deren Weide im Weide-Feld vor
- Der Abdeckungs-Hinweis kann rechnen, welche Tiere in keiner Kategorie sind
Die Verknüpfung ist jederzeit lösbar (Keine Verknüpfung) und ändert nichts an bereits erfassten Tagen. Auch das Umhängen einer Gruppe schreibt die Vergangenheit nicht um: Ein im Herbst umgehängtes Tier verändert den Ausdruck des Sommers nicht.
Automatische Sömmerungs-Übernahme
Tiere, die in Herdy auf einer Sömmerung sind, erscheinen automatisch als Alptage, für jeden Tag des Alpaufenthalts. Sie müssen für die Alpzeit nichts zusätzlich erfassen.
- Beim Auftrieb startet die automatische Erfassung, beim Abzug endet sie
- Alptage zählen als Weidetage
- Lücken können Sie manuell ergänzen; ein eigener Eintrag geht immer vor
- Voraussetzung ist eine Kategorie, die mit der Gruppe der gesömmerten Tiere verknüpft ist
Welche Kategorien Alptage bekommen, entscheiden Sie beim Anlegen der Saison mit der Wahl Nur verknüpfte Kategorien oder Alle Kategorien abdecken. Sind Ihre Kategorien noch nicht mit Gruppen verknüpft, nehmen Sie die zweite. Beide Optionen sind unter Sömmerung anlegen erklärt.
Export
Unter Exportieren stehen drei Formate bereit:
- Monatsjournal (PDF): das Raster eines Monats, eine Zeile je Tierkategorie, darunter der Zählerstand sowie Gründe, Weide und Bemerkungen
- Jahresjournal (PDF): ein Blatt je Tierkategorie mit allen zwölf Monaten als Spalten
- CSV herunterladen: Datum, Tierkategorie, Programm, Auslauftyp, Weide, Grund, Bemerkungen für die Weiterverarbeitung
Die Kopfzeile nennt Betrieb, TVD-Nummer und Betriebsart, die Fusszeile den Zählerstand je Kategorie.
Legende: W = Weide · L = Laufhof · A = Alp/Sömmerung · – = kein Auslauf
Kein «S»: Auf dem amtlichen Formular steht S für Schlechtwetter. Herdy schreibt Schlechtwetter-Tage darum als L mit Grund und Alptage als A, so wird kein Alptag als Ausfalltag gelesen.
Auszug oder komplett
Ist ein Filter gesetzt, exportiert Herdy den Auszug: Der Filter steht im Kopf des PDF und im Dateinamen, und eine Zeile sagt ausdrücklich, dass es ein Teilauszug ist. Beim Monatsjournal bietet Herdy zusätzlich Monatsjournal — komplett an.
Für die Kontrolle nehmen Sie die komplette Fassung. Der Auszug ist für Ihren eigenen Gebrauch gedacht, etwa um einer Betriebsleiterin nur die Rinder zu zeigen.
Journalbeginn
Herdy merkt sich den Tag Ihres ersten Eintrags. Alles davor bewertet Herdy nicht: Diese Monate stehen grau mit vor Journalbeginn statt rot mit «Nicht erfüllt». Was Sie vorher auf Papier geführt haben, bleibt gültig; Herdy kennt es nur nicht und behauptet darum nichts darüber.
Auch der Monat, in dem Sie beginnen, ist nur zum Teil in Herdy erfasst und wird deshalb noch nicht bewertet. Ab dem ersten vollen Monat zählt Herdy normal, und die Jahresübersicht rechnet ausdrücklich seit Journalbeginn, in der Ansicht wie im Jahresjournal.
Aufbewahrung
Bewahren Sie das Journal 8 Jahre auf. Der Hinweis steht auch auf jedem Export. Kontrollen sind unangemeldet, exportieren Sie das Journal darum regelmässig oder halten Sie es in Herdy aktuell.
Was das Journal nicht abbildet
- Schweine, Säugeperiode: Der Auslauf während der Säugezeit wird nicht eigens ausgewertet. Dokumentieren Sie diese Tage über die Bemerkungen.
- Schweine in Einzelhaltung: Erster und letzter Tag sowie die Anzahl Tiere gehören ebenfalls in die Bemerkungen.
- Anbindehaltung: Die Perioden-Regeln für angebundene Rinder und Ziegen sind noch nicht umgesetzt.
- Equiden und Geflügel: werden nicht unterstützt.
- Einzelne Tiere: Das Journal führt Tierkategorien. Einzelne Ohrmarken, etwa bei einem Transport, notieren Sie in der Bemerkung.
- BTS: Für das BTS-Programm ist kein Auslaufjournal vorgeschrieben, es taucht darum nicht als Programm auf.
Tipp: Bestätigen Sie den Tag täglich in zwei Sekunden, statt am Jahresende zu rekonstruieren. So bleibt der Aufwand minimal und die Spur verlässlich.