In der Ablammzeit zählt jede Minute. Wer sechzig oder sechshundert Auen ablammen lässt, will nicht für jeden Wurf ein Formular ausfüllen. Mit Ablammen scannen arbeiten Sie die Bucht ab, wie Sie sie ohnehin abgehen: Muttertier scannen, Lämmer scannen, Geschlecht antippen, weiter zum nächsten Tier.

Voraussetzungen
- Ein Ohrmarken-Lesegerät, das mit Ihrem Handy oder Tablet verbunden ist, oder die Kamera-Erkennung. Wie Sie ein Gerät verbinden, steht unter Bluetooth-Lesegerät.
- Schafe oder Ziegen mit Schweizer Ohrmarken. Ausländische Marken werden abgewiesen, weil daraus keine Schweizer TVD-Geburtsmeldung entstehen kann.
- Die Lämmer sind bereits markiert. Ein Lamm ohne Marke können Sie trotzdem erfassen, siehe unten.
Die Seite öffnen
Zucht → Geburten → Ablammen scannen. Der Knopf steht auch dann bereit, wenn noch keine Geburt erfasst ist, denn genau am ersten Tag der Ablammzeit brauchen Sie ihn.
Schritt 1: Die Session einrichten
Alles, was für den ganzen Rundgang gilt, fragt Herdy einmal am Anfang. Danach unterbricht keine Rückfrage mehr das Scannen.
- Geburtsdatum: gilt für alle Würfe dieser Session. Vorgeschlagen ist der heutige Tag.
- Vater unbekannt: steht standardmässig an. Auf einem Herdenbetrieb läuft der Widder mit, und niemand weiss, welches Lamm von welchem Bock stammt. Die TVD akzeptiert «unbekannt»; eine geratene Angabe wäre schlechter als keine.
- Vatertier: erscheint, sobald Sie «Vater unbekannt» ausschalten. Der gewählte Bock gilt dann für alle Würfe dieser Session.
Mit Scannen starten geht es los.
Tipp: Lammen mehrere Buchten mit verschiedenen Böcken ab, machen Sie pro Bock eine eigene Session. Das ist schneller, als das Vatertier später an jedem Lamm zu korrigieren.
Schritt 2: Muttertier und Lämmer scannen
Der Ablauf ist immer derselbe:
- Muttertier scannen. Herdy öffnet einen Wurf und zeigt Ohrmarke und Name des Tiers.
- Lämmer scannen. Jedes Lamm erscheint als eigene Zeile.
- Geschlecht antippen: männlich oder weiblich. Das ist die einzige Pflichtangabe je Lamm.
- Nächstes Muttertier scannen. Damit ist der vorherige Wurf gespeichert, und der nächste beginnt.
Sie drücken also nie «fertig». Das nächste Muttertier ist das Signal.
Was Sie am Wurf noch einstellen können
- Farbe: nur bei Schafen. Die TVD kennt für Ziegen keine Farbliste, deshalb erscheint die Auswahl dort nicht.
- Lamm ohne Marke: fügt ein Lamm ohne Ohrmarke hinzu. Das Tier wird angelegt, die TVD-Meldung bleibt unvollständig, bis Sie die Marke im Tierprofil nachtragen.
- Totgeboren: ein Zähler mit Plus und Minus. Totgeburten zählen zur Wurfgrösse, bekommen aber kein Tier und keine TVD-Meldung.
- Geschlecht vorspannen: wenn mehrere Lämmer nacheinander dasselbe Geschlecht haben, wählen Sie es hier einmal vor. Jedes weitere gescannte Lamm bekommt es dann automatisch.
- Papierkorb: entfernt eine einzelne Lamm-Zeile.
Speichern und Rückgängig
Unten steht ein Balken mit dem Zählerstand («3 Würfe · 7 Lämmer») und drei Knöpfen:
- Wurf speichern: schliesst den offenen Wurf, ohne dass ein neues Muttertier kommt.
- Abbrechen: bricht die Session ab. Bereits gespeicherte Würfe bleiben erhalten, der offene Wurf geht verloren.
- Session beenden: speichert den offenen Wurf und zeigt die Zusammenfassung.
Schliesst sich ein Wurf durch das Scannen des nächsten Muttertiers, erscheint für ein paar Sekunden ein Rückgängig-Knopf. Damit wird der Wurf wieder geöffnet, solange am neuen noch nichts erfasst ist.
Speichern ist erst möglich, wenn jedes Lamm ein Geschlecht hat und keine Marke bereits einem anderen Tier gehört. Der Balken sagt, was noch fehlt.
Was Herdy beim Scannen meldet
Herdy entscheidet bei jedem Scan selbst, ob es sich um ein Muttertier oder ein Lamm handelt. Passt etwas nicht, erscheint eine rote Meldung und ein Fehlerton, statt dass still nichts passiert:
| Meldung | Was sie bedeutet |
|---|---|
| «Zuerst das Mutterschaf scannen.» | Es ist noch kein Wurf offen. |
| «Dieses Tier ist bereits im Bestand.» | Die Marke gehört einem Tier, das kein mögliches Muttertier ist, etwa einem Bock. |
| «Dieses Mutterschaf hat heute schon einen Wurf.» | Das Tier wurde in dieser Session bereits gescannt. |
| «Keine gültige Ohrmarke.» | Was das Lesegerät geschickt hat, ist keine Ohrmarke. |
| «Nur Schweizer Ohrmarken können für eine TVD-Geburtsmeldung verwendet werden.» | Eine ausländische Marke. |
| «Diese Ohrmarke passt nicht zur Tierart des Muttertiers.» | Eine Ziegenmarke in einem Schafwurf oder umgekehrt. |
| «Diese Marke gehört bereits einem Tier.» | Die Marke ist im Bestand schon vergeben. Die Zeile blockiert das Speichern, bis Sie sie entfernen oder das richtige Lamm scannen. |
Ohrmarkenlager: Eine Marke, die nicht in Ihrem Ohrmarkenlager steht, wird trotzdem angenommen. Sie kaufen nach, bestellen um oder greifen auf eine ältere Lieferung zurück, und das Lager darf ein Ablammen nicht aufhalten. Der Lagerbestand wird nach dem Speichern nachgeführt.
Was gespeichert wird
Beim Schliessen eines Wurfs legt Herdy in einem Zug an:
- die Geburt mit Datum, Muttertier, Vatertier (falls gesetzt), Anzahl lebend und totgeboren,
- je lebendem Lamm ein neues Tier mit Ohrmarke, Geschlecht und Farbe,
- die Abstammung am Jungtier,
- je lebendem Lamm mit Ohrmarke eine TVD-Geburtsmeldung als Entwurf; bei einem Lamm ohne Marke bleibt der Entwurf unvollständig, bis Sie die Marke nachtragen.
Die Entwürfe finden Sie unter TVD → Meldungen und senden sie von dort. Für die Geburtsmeldung gilt eine Frist von 30 Tagen; Zu- und Abgänge müssen dagegen innert drei Arbeitstagen gemeldet sein.
Am Ende der Session steht deshalb: «X Würfe erfasst. Die TVD-Meldungen liegen als Entwurf bereit.» Erfasst heisst noch nicht gemeldet.
Was der Scan-Weg nicht erfasst
Bewusst nicht abgefragt werden Geburtsgewicht, Geburtsverlauf, Mutterinstinkt, Amme und Name des Jungtiers. Im Stall, mit Handschuhen, bei fünfzig Würfen am Tag kostet jede zusätzliche Eingabe mehr, als sie bringt.
Brauchen Sie diese Angaben, haben Sie zwei Wege:
- Erfassen Sie den Wurf über Geburten erfassen. Dort steht das vollständige Formular.
- Oder ergänzen Sie sie danach: Geburtsverlauf und Mutterinstinkt über Bearbeiten an der Geburt, Gewicht und Name direkt am Tier.
Wenn ein Wurf nicht gespeichert werden kann
Fällt das Netz aus oder weist der Server einen Wurf zurück, bleibt die Karte mit einer roten Meldung und dem Knopf Nochmals versuchen stehen, direkt neben dem offenen Wurf. Sie können also weiterscannen und den Wurf nachholen, sobald wieder Empfang da ist. Verloren geht nichts, und ein doppeltes Antippen erzeugt keinen zweiten Wurf.
Grosse Herden
Die Seite ist für Betriebe mit über tausend Muttertieren gebaut: Der Bestand wird beim Öffnen einmal geladen, danach entscheidet Herdy jeden Scan sofort auf dem Gerät, ohne auf das Netz zu warten. Sie können also so schnell scannen, wie Sie die Tiere abgehen.