Überblick
Zweimal im Monat prüft Suisselab die Tankmilch Ihres Betriebs im Auftrag der Milchprüfung (MiPV). dbmilch meldet die Ergebnisse per SMS oder E-Mail: Keimzahl, Zellzahl und Hemmstoff. Unter Gesundheit → Tankmilch tippen Sie diese Werte in unter einer Minute ein, auch am Handy direkt nach der SMS. Herdy rechnet daraus das Monatsmittel, zählt die Beanstandungen im amtlichen Zählfenster und zeigt bei Hemmstoff positiv die Verdachtsliste aus dem Behandlungsjournal.
Ein Import aus dbmilch folgt später; die Tabelle ist dafür vorbereitet. Bis dahin erfassen Sie die Werte von Hand.
Befund erfassen
Der Knopf Befund erfassen öffnet ein kurzes Formular:
- Probedatum, vorbelegt mit heute. Je Betrieb und Datum gibt es höchstens einen manuellen Befund; ein zweiter am selben Tag meldet «Für dieses Datum existiert schon ein Befund».
- Hemmstoff: drei grosse Knöpfe «negativ», «positiv», «nicht geprüft».
- Keimzahl und Zellzahl: dbmilch meldet in Tausend. Sie können
45,45'000oder45000eingeben; unter dem Feld steht die Zahl, die gespeichert wird («= 45'000 je ml»). Werte unter 1'000 gelten als Tausend. Liegt der Wert auf oder über der Beanstandungsgrenze, erscheint sofort ein Hinweis. - Milch von: nur sichtbar, wenn der Betrieb mehr als eine Milch-Tierart hält (Kuh, Ziege, Schaf). Für Ziegen-, Schaf- und Büffelmilch gilt eine andere Keimzahlgrenze und keine Zellzahlgrenze.
- Notiz: zum Beispiel der eingefügte SMS-Text.
Bei Hemmstoff positiv lautet der Knopf Speichern und Tiere prüfen und führt direkt zum Abgleich.
Grenzen und Zählfenster
Herdy übernimmt die Beanstandungsgrenzen der Technischen Weisung BLV «Durchführung der Milchprüfung» (1.6.2017) und des dbmilch-Merkblatts «Beanstandungsgrenzen» (8.4.2022):
- Keimzahl ab 80'000 KbE/ml (Kuhmilch) beziehungsweise ab 1'500'000 KbE/ml (Ziegen, Schafe, Büffel): eine Beanstandung.
- Zellzahl ab 350'000 Zellen/ml (nur Kuhmilch): eine Beanstandung.
- Hemmstoff positiv: Meldung an die kantonale Vollzugsstelle und Liefersperre bei jedem Nachweis (MiPV Art. 15).
Das Monatsmittel ist der geometrische Mittelwert der ersten zwei Proben eines Kalendermonats (Wurzel aus dem Produkt); bei einer Probe gilt diese. Aus 900'000 und 100'000 Zellen wird so 300'000, keine Beanstandung. Die Tabelle zeigt das Mittel in der ersten Zeile jedes Monats.
Die zwei Karten Zählfenster zählen die beanstandeten Monatsmittel: Keimzahl in den letzten vier Kalendermonaten («n von 3 in 4 Monaten»), Zellzahl in den letzten fünf («n von 4 in 5 Monaten»). Die amtliche Liefersperre folgt bei der dritten beziehungsweise vierten Beanstandung; die Karte wird eine Stufe davor rot. Herdy verfügt nichts, es rechnet nur mit.
Der Verlauf zeigt Keimzahl und Zellzahl der letzten zwölf Monate mit der Grenze als gestrichelter Linie; Punkte ab der Grenze sind rot, ein Dreieck auf der Datumsachse markiert einen Hemmstoff-Befund. Ab zwei Befunden erscheint der Verlauf.
Hemmstoff-Abgleich
Bei Hemmstoff positiv öffnet der Link Abgleich die Verdachtsliste des Probetags. Sie liest das Behandlungsjournal für den Probetag und die 14 Tage davor und ordnet jedes Tier nach seiner höchsten Einstufung:
- Am Probetag gesperrt: Tiere, deren Milchfrist am Probetag noch lief, mit Milchverbot oder mit Trockensteller bis nach dem Abkalben. Das ist die Sperrliste Milch für den Stichtag.
- Sperre endete kurz vorher: Freigabe am Probetag, am Vortag oder zwei Tage davor. Der Tank enthält die Gemelke der Vortage.
- Weitere Behandlungen im Fenster: alle übrigen Behandlungen und Impfungen, deren Sperrintervall die letzten 14 Tage berührt, auch solche ohne Milchfrist (ein Erfassungsfehler ist eine reale Ursache).
- Gruppen und Bestösser: Behandlungen ohne Einzeltier.
- Frisch gekalbt (Biestmilch, 8 Tage): Muttertiere mit Geburt in den letzten acht Tagen, als Hinweis, nicht als Verdacht (VHyMP Art. 10).
Jede Karte führt zum Tier; der Link «Behandlung» öffnet das Journal auf dem Eintrag. Der Knopf Journal öffnen zeigt das ganze Fenster. Abgegangene Tiere bleiben in der Liste, weil die Ursache am Probetag zählt.
Findet Herdy kein Tier im Journal, nennt die Seite die häufigsten Ursachen ausserhalb des Journals: Melkreihenfolge, Reinigung der Anlage, Kolostrum, Mastitis-Kuh. Nach dem RGD-Merkblatt «Hemmstoffe» (2020) entstehen mehr als die Hälfte der Fälle durch Melkreihenfolge und Reinigung, nicht durch eine nicht eingehaltene Frist.
Mit Drucken nehmen Sie die Liste zur Vollzugsstelle mit; die Fusszeile nennt die geprüften Tiere, Behandlungen und das Fenster.
Produzentennummer
Unter Einstellungen → Milchproduktion hinterlegen Sie die Produzentennummer von dbmilch (sie steht auf der Milchgeldabrechnung und im dbmilch-Login). Sie wird bei jedem Befund mitgespeichert und ist der Schlüssel für den späteren Import. Nur der Betriebsinhaber kann sie ändern.
Dashboard
Nach dem ersten Befund erscheint auf dem Dashboard und in der Gesundheits-Übersicht die Karte Tankmilch mit dem Datum der letzten Probe, den drei Werten und dem Zählfenster. Sie wird rot bei Hemmstoff positiv in den letzten 90 Tagen oder bei einer Beanstandung der letzten Probe und führt dann direkt zum Abgleich.
Warnung, keine Verfügung. Die Grenzen und Zählfenster sind eine Rechenhilfe nach den öffentlichen Regeln der Milchprüfung. Massgebend sind die Mitteilungen von dbmilch, Suisselab und der kantonalen Vollzugsstelle.